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Klimaschutz in Salzgitter: WEVG versorgt Bosch künftig mit umweltschonender Fernwärme

Symbolischer gemeinsamer Spatenstich (vr.) Frank Klingebiel (Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter und WEVG-Aufsichtsratsvorsitzender) , Michael Gensicke (Geschäftsführer und technischer Werkleiter Robert Bosch Elektronik GmbH) und Rainer Krause (kaufmännischer Geschäftsführer WEVG Salzgitter GmbH & Co. KG) Fotos von JOPRI-Foto

Alle Beteiligten trafen sich zum symbolischen Spatenstich. Fotos von JOPRI-Foto

Alle Beteiligten trafen sich zum symbolischen Spatenstich. Fotos von JOPRI-Foto

Alle Beteiligten trafen sich zum symbolischen Spatenstich. Fotos von JOPRI-Foto

Fernwärme in Salzgitter – das bedeutet eine sichere, bequeme und umweltschonende Versorgung mit Heizenergie und Warmwasser. Die Fernwärme von der WEVG stammt aus dem Kraftwerk der Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG).

Klimaschutzkonzept der Stadt Salzgitter
Frank Klingebiel, Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der WEVG: „Um die Klimaschutzziele 2050 zu erreichen, müssen alle Sektoren mit eingebunden werden. Die Industrie kann und wird einen erheblichen Beitrag dazu leisten. Frank Klingebiel erläutert weiter: „Als Energieversorger vor Ort engagiert sich die WEVG nicht nur im Rahmen der Wasserstoffprojekte, sondern auch in der Nutzung der Abwärme aus dem Kraftwerk der Salzgitter Flachstahl. Die Versorgung von Bosch in Salzgitter mit Fernwärme kann eine jährliche CO2-Ersparnis von ungefähr 1.750 Tonnen erzielen. Der Aufsichtsrat der WEVG hat die notwendigen Finanzmittel für diese bedeutende Zukunftsinvestition am 20. Mai freigegeben.“

Zum Vergleich: Mit der Ersparnis könnten Sie fast 400 Mal mit einem Mittelklassediesel um den Globus fahren.

Damit wird ein wesentlicher Baustein zur CO2-Neutralität des BoschStandortes hier in Salzgitter realisiert. Michael Gensicke, Geschäftsführer der Robert Bosch Elektronik GmbH: „Der Anschluss an das Fernwärmenetz der WEVG ermöglicht es uns zum einen die CO2-Neutralität unseres Standortes noch effizienter zu gestalten. Zum anderen stellt dieser gemeinsame Erfolg einen wichtigen Baustein für die exemplarische CO2-Neutralstellung einer Fabrik dar, die wir im Teilprojekt „Fabriktransformation“ des Wasserstoff Campus Salzgitter gemeinsam mit dem Fraunhofer IST erproben und untersuchen. Von diesen Bausteinen, die am Ende eine Art „Blaupause“ zur CO2-Neutralstellung liefern, sollen zukünftig auch andere Standorte und Unternehmen profitieren.“ Und nebenbei unterstützen hier Industrie und Energieversorger gemeinsam das Klimaschutzkonzept der Stadt Salzgitter.

Fernwärme für Bosch
Rainer Krause (WEVG) berichtet, dass das bestehende WEVG-Versorgungsnetz um ungefähr 1,5 Kilometer verlängert wird, damit auch der Bosch-Standort von der Abwärme profitieren kann. „Die ersten Arbeiten wurden bereits Mitte April aufgenommen,“ so Krause, „die Einbindung in das vorhandene Fernwärmenetz erfolgt im Bereich des südlichen Ufers des Salzgittersees. Von dort aus wird die Verlegung der Kunststoffmantelleitung in der Dimension DN 200 erfolgen und bietet Potential für mögliche weitere Anschlüsse weiterer Unternehmen im Industrie- und Gewerbegebiet. Der erste Schritt ist getan.“

Die Vorlauftemperatur beträgt maximal 130 Grad, der Rücklauf ungefähr 70 Grad. Die Verlegung erfolgt in etwa 110 cm Tiefe ausschließlich im öffentlichen Raum und in offener Bauweise. „Die Bauzeit erstreckt sich bis ungefähr Ende September, wenn alles wie geplant umgesetzt werden kann,“ erklärt Rainer Krause, „bis dahin werden wir ca. 3.500 Kubikmeter Bodenaushub bewegen. Durch die Arbeiten kann es zeitweise zu Einschränkungen im Straßenverkehr kommen. Dafür bitten wir um Verständnis.“

Fernwärmetransport bis ins Haus
In Salzgitter wird seit 60 Jahren die Abwärme aus dem Hüttenwerk der Salzgitter AG genutzt. Die Fernwärmeversorgung über die WEVG, vorwiegend im Wohnungsbau, stammt zu 100% aus der Abwärme der Salzgitter Flachstahl.

Die Länge des WEVG-Fernwärmenetzes beträgt ungefähr 50 Kilometer. Zurzeit werden über 6.400 Wohn- und Geschäftseinheiten in Salzgitter mit der Fernwärme versorgt.

Darunter sind drei Schulen und 33 Gebäudekomplexe, wie zum Beispiel das Rathaus in Lebenstedt, das Citytor Center, das Bundesamt für Strahlenschutz und das Hotel am See. Über die vorhandene umfangreiche Fernwärmenutzung kann die Abwärme auch eine gute Alternative für die Wärmeversorgung von Fabriken sein.

Die WEVG-Geschäftsführung freut sich auf eine weiterhin sehr gute Zusammenarbeit mit der Industrie hier in Salzgitter und bedankt sich bei den zuständigen städtischen Fachdiensten für die gute Unterstützung bei der Umsetzung des Projektes.