Von hart auf weich: Mögliche Fragen und Antworten zur Wassersortenumstellung in Salzgitter.

Es ist mitgeteilt worden, dass dem Wasser ein Stoff beigemischt ist. Was ist das?
Um das Wasserversorgungsnetz auf die Umstellung von hartem auf weiches Wasser technisch vorzubereiten, ist es aus Versorgungsgründen sinnvoll, dem verteilten Trinkwasser vorübergehend Ortho-Phosphat (Aquadosil SP 20.2 als zugelassener Aufbereitungsstoff) in geringen Mengen entsprechend den Anforderungen der Trinkwasserverordnung zu zugeben. Die Zugabemenge beträgt hierbei anfangs etwa 3 mg Phosphat pro Liter Trinkwasser (zulässig sind gemäß Trinkwasserverordnung maximal 6,7 mg/L).

Ziel ist es, in der Umstellungsphase Braunfärbungen im Trinkwasser, verursacht durch Korrosionsprodukte und Altablagerungen bestehender metallischer Versorgungsleitungen, zu vermeiden. Nach erfolgter Umstellung und bei einwandfreiem Betrieb wird die Zugabemenge der Dosierlösung schrittweise und kontrolliert vermindert. Für den menschlichen Körper ist dieser Zusatzstoff in der vorgegebenen Menge unbedenklich. Phosphate sind notwendige Bestandteile der menschlichen Ernährung. Die Phosphatzufuhr über das Trinkwasser ist, selbst bei der höchsten zulässigen Dosierung, im Vergleich zu der mit der Nahrung aufgenommenen Phosphatmenge sehr gering und damit gesundheitlich nicht relevant.

Ist Phosphat für die menschliche Gesundheit schädlich? 
Phosphor ist ein lebensnotwendiges Element und ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung. Der empfohlene Tagesbedarf zur Phosphataufnahme liegt bei täglich 2500 – 3500 mg. Über das Trinkwasser werden bei einer Phosphatbeimengung von 3,5 mg/l täglich ca. 14 mg Phosphat aufgenommen.

Hat die veränderte Konzentration der Wasserinhaltsstoffe Auswirkungen auf den Organismus? 
Nein! Trinkwasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel. Es muss so beschaffen sein, dass durch seinen lebenslangen Genuss – auch von Säuglingen und älteren Menschen – eine gesundheitliche Beeinträchtigung ausgeschlossen ist. Wir liefern Trinkwasser gemäß der strengen Trinkwasserverordnung. Die Veränderungen der Inhaltstoffe hat keine Auswirkung auf Mensch und Tier.

Ist das Wasser auch für die Zubereitung von Babynahrung geeignet?
Ja, sowohl vor als auch nach der Umstellung. Die Trinkwasserverordnung setzt strenge Mindestanforderungen, die einzuhalten sind. Diese Mindestanforderungen sind so ausgelegt, dass sie zum "lebenslangen Genuss für Jedermann" - also auch für Kleinkinder - unbedenklich sein müssen. Ein Abkochen des Trinkwassers ist nicht notwendig.

Um mögliche Beeinträchtigungen der Trinkwasserqualität durch Einflüsse der Trinkwasser-Installation in den Gebäuden zu vermeiden, sollte man das Trinkwasser grundsätzlich nach längerer (z.B. nächtlicher) Stagnation und vor Gebrauch zur Zubereitung von Speisen etwas ablaufen lassen, bis es spürbar kühler wird.

Ich trinke das Wasser pur, kann das negative gesundheitliche Auswirkungen auf den Körper haben? 
Nach unserem Kenntnisstand: Nein. Für die Deckung des täglichen Bedarfs an Flüssigkeit ist Trinkwasser sehr gut geeignet. Die Mineralien, die der Mensch benötigt, nimmt er im Wesentlichen über die Nahrung auf. Bei gesunder Ernährung wird der Mineralienhaushalt des Menschen damit in Gänze gedeckt. Trinkwasser ist nicht zur Nahrungsergänzung bzw. Medikamentenergänzung gedacht.

Wo erfahre ich detaillierte Informationen über die chemische Zusammensetzung des zukünftigen Trinkwassers? 
Die WEVG wird die Wasseranalyse zeitnah nach der Umstellung im Internet bekanntgeben. Der zukünftige Vorlieferant, die Harzwasserwerke GmbH, stellt ebenfalls Analysendaten im Internet zur Verfügung.

Ist der Betrieb einer (privaten) Entkalkungsanlage zukünftig sinnvoll? 
Eine weitergehende Enthärtung des zukünftigen Trinkwassers ist für den normalen Haushalt nicht sinnvoll. Deshalb sollten Enthärtungsanlagen vom Netz genommen werden. Hier sollte jeder Haushalt seinen Installateur fragen. Sollte eine Anlage vorerst doch in der Installation verbleiben, muss sichergestellt werden, dass diese Anlage keine Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität verursacht. In jedem Fall sollten hygienische Gesichtspunkte im Eigeninteresse der Kunden berücksichtigt werden.

Erhöht sich durch die Umstellung die Gefahr von Leitungsbrüchen im Haushalt?
Durch die Umstellung von hartem auf weiches Wasser kann es nicht zu Rohrbrüchen kommen. Falls diese auftreten, liegt es daran, dass das System statisch ohnehin geschwächt ist.

Wie muss ich meine Spül- oder Waschmaschine einstellen? 
Die Spülmaschine sollte nach der Trinkwasserumstellung auf den Härtebereich „weich“ eingestellt werden. Hinweise über das erforderliche Vorgehen geben die Bedienungsanleitungen der Maschinen. Bei den Waschmaschinen ist die Dosierung der Reinigungsmittel gemäß den Angaben der Hersteller auf den Härtebereich „weich“ anzupassen.

Sollte Waschpulver mit speziellem Antikalkmittel (Enthärter) verwendet werden? 
Nach unserem Kenntnisstand kann nach der Umstellung auf Antikalkmittel verzichtet werden. Die Konzentration der Härtebildner im Trinkwasser ist künftig sehr gering.

Benötige ich wirklich weniger Waschpulver?
Ja, ein Blick auf die Waschmittelpackung zeigt, dass die Ergiebigkeit bei weichem Wasser erheblich höher ist, als bei hartem Wasser. Im Übrigen würde die Waschmaschine bei gleichbleibend hoher Dosierung vermutlich auch überschäumen.

Was muss ich bei meinen Zierfischen im Aquarium beachten? 
Der pH-Wert, also der Kennwert für ein saures oder alkalisches Milieu im Wasser, ändert sich. Der künftige pH-Wert liegt bei etwa 9. Zudem wird sich die elektrische Leitfähigkeit des Wassers (ein Maß für die im Wasser gelösten Salze) deutlich vermindern. Wir werden in einem Zeitungsartikel nochmals darauf hinweisen. Im Übrigen sollte man den Zoohändler, bei dem die Fische gekauft wurden, nach Auswirkungen auf die Gesundheit der Zierfische fragen. Es ist damit zu rechnen, dass eine Vielzahl von Aquarien ohne Probleme weiterbetrieben werden können. 

Was ändert sich für Haus- und Nutztiere? 
Nach unserem Kenntnisstand gar nichts. Im Zweifel gibt der Tierarzt Auskunft.

Zu welchem Datum genau wird umgestellt? 
Die Wassersorten-Umstellung ist für alle Stadtteile in Salzgitter abgeschlossen.

Harzwasser ist Oberflächenwasser. Wird das Wasser desinfiziert? 
Ja, die Harzwasserwerke desinfizieren gemäß Trinkwasserverordnung mittels Chlor. Auf Grund der langen Transsportwege ist jedoch ein Restchlorgehalt beim Endkunden kaum feststellbar.